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Auslegungshinweise

Auslegung eines Bremswiderstandes

Bremswiderstände müssen nicht nur für Aufzugsanwendungen sorgfältig ausgewälhlt werden. Auslegungskriterien sind:

  • Max. zu vernichtende Bremsleistung mit den Abhängigkeiten: Motordrehzahl, Verzögerungsrampen für Drehzahlwechsel, Masseträgheitsmoment der rotierenden Teile, Motorlast, Wirkungsgrad

  • Chopperspannung - Spannungspunkt im Zwischenkreis, bei dem der Bremswiderstand zugeschaltet bzw. abgeschaltet wird. Üblicherweise liegt dieser -je nach Umrichterfabrikat - zwischen 680 ...750 VDC (400 VAC Geräte)

  • Der max. Chopperstrom ist vom Umrichtertyp abhängig. Üblicherweise geben die Hersteller den kleinsten möglichen Widerstandswert an. Vorsicht bei der Verwendung der kleinsten Ohmzahl! Widerstände können Fertigungstolranzen aufweisen. Auch ist bei Erwärmung der Widerstandswert größer als im kalten Zustand.

  • Im Zweifelfall den Ohm- und Leistungswert aufrunden!

  • Bremswiderstände sollten in Wohnumgebungen keine Geräusche verursachen.

  • Bei der Montage ist zu beachten, dass eine freie Kühlung erfolgen kann. Die Ablufttemperatur kann durchaus 400 °C betragen, desahlb niemals auf brennbaren Materialien montieren (Gipskarton: Papieroberfläche!). Der darüber liegende Luftraum sollte frei von empfindlichen Geräten / Installationen sein.

  • Abstand halten von Rauchmeldern! Besonders wichtig bei Erstinbetriebnahmen, wenn der fertigungsbedingte und korrosionshemmende Ölfilm auf den Elementen verbrennt!

  • Den Thermokontakt an ein Netzschütz anschließen, dass im Fehlerfall (z.B. Ausfall des Choppertransistors) den Umrichter allpolig vom Netz ternnt.

  • Bremswiderstände eindeutig kennzeichnen, dass diese heiß sind / werden - Verbrennungsgefahr!

  • Weisen Sie im Rahmen der Unfallschutzbelehrungen Ihre Kunden und Mitarbeiter auf die latenten Gefahren hin!

  • Gehäuse sollten so gestaltet sein, dass keine Verletzungsgefahr durch Grat und andere scharfe Kanten entstehen kann.

  • Widerstände sollten redundant ausgeführt sein. D.h. sie müssen kurzzeitig Spitzen vertragen, die beim Faktor 10 ...12 der sonst üblichen Last liegen können.

  • Zuleitungen zu den Widerständen sollten geschirmt ausgeführt werden. Der Schirm ist primär an der FU-Seite aufzulegen

  • Thermoschalter sollten grundsätzlich vorhanden sein und im Ansteuerungskreis des Netzschützes eingebunden sein.


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