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Umrichterwartung ja - nein?

Wartungsvertrag für Frequenzumrichter?

Auch ein in Betrieb befindlicher Frequenzumrichter benötigt eine gewisse Aufmerksamkeit. Hochmoderne Geräte arbeiten digital. Dieses binäre Verhalten widerspiegelt sich auch im Stör- bzw. Ausfallverhalten der Hardware: Entweder intakt oder ausgefallen. Dazwischen gibt es i.d.R. nichts. Umrichterseitige Parameter werden sich im Verlauf des Betriebes nicht verändern, wohl aber die der angeschlossenen Peripherie (Änderung der Motordaten, wie Widerstand, Drehmoment - vor allen Dingen bei Synchronmaschinen - , Verschleiß der Hauptkontakte der Trennschütze, Veränderung der Anlagenbelastungsverhältnisse, Reibungswerte, Wettereinflüsse u.s.w.).

Bei korrekter Mindestauslegung eines qualitätsorientierten Umrichters sollten diese "normalen"  Störgrößen grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit des Umrichters haben.

Damit die Umrichter zuverlässig arbeiten können, sollten in regelmäßigen Abständen nachfolgende Kontrollen bzw. Handlungen am installierten Gerät durchgeführt werden:

  • Abfrage Fehlerstapelspeicher. Der Ursache für mehrfach aufgetretene Fehler gleicher Art sollte auf den Grund gegangen werden. 
  • Kontrolle Ablaufsteuerung, Rückmeldung Schützkontrolle, Bremse und Sicherheitsschalter
  • Nachziehen von Schraubkontakten
  • ggf. Kontrolle Hauptkontakt (e) vom Ladeschütz
  • Ausblasen der Lüftungsschächte
  • Leichtgängigkeit der Lüfter. Eine stärkere Geräuschentwicklung deutet auf Verschleiß der Lager hin.

Diese Kontrollen ("Wartung") sollten ein normales (Vertrags-)Bestandteil der Aufzugswartung sein.

Andere Maßnahmen, ggf. unter Verwendung von Tarnnamen, wie "UMRICHTERWARTUNGSVERTRAG o.ä. tragen ausschließlich zu einer subjektiven Beruhigung des Anlagenbetreibers / -besitzers bei. Für einige Umrichterprodukte fremder Hersteller wird am Markt die Dienstleistung "Überprüfung und Einstellung in der Werkstatt" sogar empfohlen.  Welche Vorteile diese Leistungen haben sollen, ist unklar. Das intakte Gerät wird ausgebaut und eingeschickt, was dann (für viel Geld) gemacht wird entzieht sich der Kenntnis. Wie die übrigen korrespondierenden und verbleibenden Anlagenteile  in diesem Prozess geprüft und bewertet werden, bleibt rätselhaft.

Wir bieten von uns aus diese Art von "Dienstleistung" nicht an!

Der innere Zustand der einzelnen den Preis bestimmenden Hauptkomponenten ist nicht erkennbar (Restnutzungsdauer IGBT, Choppertransistor, Zwischenkreistransistor, Gleichrichter u.s.w.). Ein prophylaktisches Wechseln von Baugruppen ist wenig sinnvoll, da der Umrichter danach wieder neu eingemessen werden muss.

Unter Berücksichtigung der o.a. Punkte und permanenten

  • Sicherstellung der lastfreien Trennung des Umrichters vom Motor nach jeder Fahrt
  • Sauberkeit in der Nähe des Umrichters
  • stabilen Netzverhältnissen

empfehlen wir für den Betrieb der Frequenzumrichter die Strategie "Fahren auf Ausfall".

Weshalb?

  1. Die Geräte verfügen über eine langlebige und sehr hohe Qualität, die durch sehr geringe Ausfallzahlen bestätigt wird.
  2. Schäden und Ausfälle entstehen plötzlich und ohne Ankündigung. Danach ist das Gerät ein Fall für den Kundendienst. Dabei ist es egal, ob vorher eine Wartung entspr. "Umrichterwartungsvertrag" erfolgte oder nicht.
  3. Richtig dimensionierte und betrieben Frequenzumrichter sind in unserem Bestand seit mehr als 10 Jahren  kontinuierlich und erfolgreich im Einsatz. 10 % Abschreibung p.a. ist bei Verschleiß unterliegenden Elektroschaltgeräten (Schütze, Relais, Schalter u.s.w.) legitim.
  4. Für diese Geräte können i.d.R. noch sämtliche Kundendienstleistungen erfüllt werden, bzw. es kann eine preiswertere Alternativlösung mit einem Gerät aus der aktuellen Produktion gefunden werden.
  5. Neugeräte sind teilweise preislich günstiger als Reparaturen mit begrenzter Garantie.

Dem Argument "Bei plötzlichen Ausfall steht die Anlage und es ist unbekannt, wann diese wieder in Betrieb geht" kann  nachvollziehbar widerlegt werden: Ein gut organisiertes Aufzugskundendienstunternehmen kann kurzfristig auf ein Austauschgerät zurückgreifen  und installieren.

Der materielle Aufwand für den "Umrichterwartungsvertrag" steht in keinem Verhältnis zum erwarteten Nutzen.  Das möglicherweise dafür eingeplante Geld ist besser investiert, wenn damit eine bedarfsgerechte Technik installiert und betrieben wird.


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